21.12.2010

„Trockenstabilatanlage von Herhof ist energieeffizient“

Die Klimaentlastung der Trockenstabilat-Anlage von Herhof in Osnabrück ist eindeutig positiv. Zu diesem Ergebnis kommt ein Energieeffiziens-Gutachten des Ingenieurbüros für Abfallwirtschaft und Energietechnik (iba), Hannover.

Das Gutachten hatten das Herhof Recyclingcenter Osnabrück und die Awigo Abfallwirtschaft Landkreis Osnabrück GmbH in Auftrag gegeben. Pro Jahr ließen sich durch die Trockenstabilatanlage Kohlenstoffdioxid-Einsparungen in einer Größenordnung von rund 40.000 Tonnen erzielen, bilanzierte die iba. Im Auftrag von Stadt und Landkreis behandelt und verwertet Herhof in Osnabrück seit Februar 2006 jährlich rund 85.000 Tonnen Restabfall. Aus den Abfällen werden mittels Trockenstabilatverfahren Ersatzbrennstoffe erzeugt, die in Zementwerken und weiteren Kraftwerken eingesetzt werden.

Im Vergleich zu Müllverbrennungsanlagen und anderen Müllbehandlungsstandorten verzeichne die MBA in Osnabrück für das Jahr 2009 im Hinblick auf CO2-Einsparungen einen „aktuellen Spitzenwert“, so iba-Geschäftsführer Ketel Ketelsen. Außerdem habe das iba kalkuliert, dass die jährlich erzeuget Stabilatmenge von rund 48.000 Tonnen einen Energiegehalt von 61 Mio. kWh elektrischer und ungefähr 6,5 Mio. kWh thermischer Energie aufweist. Damit ließen sich rund 15.000 Haushalte mit Strom versorgen.

Zudem werde in der Herhof-Anlage eine hohe Recyclingrate des Siedlungsabfalls gewährleistet. Neben der Herstellung von EBS würden rund 3.500 Tonnen Fe- und NE-Metalle wie etwa Aluminium und Kupfer separiert und dem Recycling zugeführt. Insgesamt führe die Anlage 96 Prozent des Energieinhalts im Abfall der Verwertung zu. Laut Awigo-Geschäftsführer Christian Niehaves sei die graue Tonne in der Region Osnabrück bereits eine Art Rohstofflieferant. Ob die Einführung der vielzitierten Wertstofftonne ökologische Vorteile bringe, müsse erst noch kritisch geprüft werden.

Nach Einschätzung Ketelsens sei das Energieeffizienzgutachten für das Jahr 2009 eine gute Grundlage, um nach weiteren Möglichkeiten der Prozessoptimierung zu suchen. Ziel könnte sein, die stoffliche Verwertung und Separierung weiter zu erhöhen, um die Kohlenstoffdioxid-Bilanz auf diese Weise zu verbessern. „Je knapper die Rohstoffe werden, desto interessanter sind solche Überlegungen“.

 

Quelle: Euwid Recycling, Re Nr. 51/52 v. 21.12.2010, S. 8